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Tanz Baby

Staub oder Stern

Zwischen Indieclub und Fashionshow, bewaffnet mit Heimorgel und einer großen Portion Drama und Hang zum Melodram haben sich Tanz Baby! seit ihren ersten Konzerten 2006 und nicht zuletzt mit dem Debutalbum "Liebe" ihr eigenes Genre geschaffen und somit einen Namen in der deutschsprachigen Musiklandschaft gemacht. Mit "Staub oder Stern" folgt nun ihr langerwartetes zweites Album. Was früher schon anklang hat sich deutlich verschärft und ausformuliert. Es geht um das Hin- und Hergerissen sein zwischen Tatendrang und Resignation, Lebensfreude und Schwermut.
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Tracklist

  • 1. Praterwalzer (Intro)
  • 2. Ich bin ein Stern
  • 3. Keine sagt Liebe wie du
  • 4. Komm mit mir
  • 5. Wie weit willst du gehn
  • 6. Und dann bleib ich
  • 7. Sie sagt alles
  • 8. Bist es du
  • 9. Sterne schaun
  • 10. Abhauen
  • 11. Nur wegen dir
  • 12. Wo gehör ich hin
  • 13. Auseinander gehen

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Zwischen Indieclub und Fashionshow, ausgerüstet mit Wiens feinster Croonerstimme, nostalgischer Heimorgel und Hang zum Melodram haben sich Tanz Baby! mit dem stilprägenden Debutalbum "Liebe" und ihrem untrüglichen ästhetischen Gespür ihr eigenes Genre geschaffen und innerhalb kürzester Zeit einen Namen in der deutschsprachigen Musiklandschaft gemacht. Mit "Staub oder Stern" folgt nun ihr lange erwartetes zweites Album, auf dem Tanz Baby! ihre Soundtrademark beeindruckend untermauern und ausbauen. Es ist alles da, was Tanz Baby! seit Beginn an besonders macht: betörende und dennoch zwanglose Texte und ein zum Teil schräges Instrumentarium tragen die markante Stimme von David Kleinl durch die eingängigen Songs von Songwriter und Sound-Wizard Kristian Musser, der auf „Staub oder Stern“ wieder große Melodien in  knisternde Popsplitter gießt. Während auf „Liebe“ das Tempo noch bewusst gedrosselt wurde, dürfen es jetzt schon auch mal echte Uptempo Kracher sein, in denen ihre charakteristischen Vintagedrums die Heimorgel munter vor sich her treiben.

Tanz Baby - Video

Zu Beginn begrüßt uns ein windschiefer Walzer, der aus einer blinkenden Jahrmarktsorgel zu kommen scheint und uns gleich mal den Weg Richtung Achterbahn weist. Diese ist bekanntlich wie das Leben selbst. Die insgesamt 13 Titel nehmen uns mit auf eine wilde Tour de Force der großen und kleinen Gefühle.

"Depression und Größenwahn" schmettert uns Sänger David in „Ich bin ein Stern“ voller Inbrunst entgegen, während Kristian Musser sämtliche Gerätschaften und Gitarren malträtiert. Es preschen uns in diesem ersten Song nach dem Eingangswalzer Discogroove und Schlagerwahnsinn mitten ins Gesicht, ohne mit der geschminkten Wimper zu zucken. Nur um gleich darauf in "Keine sagt Liebe wie Du" in einem verrauchten, arabischen Nachtclub der 1930er Jahre, zwischen Bauchtänzerin und Fakir zu landen.

Romantischer Eskapismus ist seit jeher der Motor von Tanz Baby! und diesmal nehmen wir "gleich das nächste Flugzeug nach Mexico" und wollen in "Komm mit mir" endlich „Spazieren am Strand mit Dir“. "Wie weit willst Du gehen" behandelt in rasantem Tempo die Stagnation einer Beziehung oder gleich den Zustand der ganzen Welt, je nach Betrachter. Nach vorantreibender Dringlichkeit kommen wir wieder zur Ruhe und verdrücken eine Träne bei dem Schmachtfetzen "Und dann bleib ich", der ja schon im letzten Jahr inklusive "A Single Man“ Zitat-Video auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Eine ganz andere Seite von Tanz Baby! entdecken wir in "Sie sagt alles", einem aufgekratzten Song, der
über eine Nacht mit einer mysteriösen Fremden erzählt, die uns mit ihren tiefschwarzen Augen in ihr Schloss verführt. Wie eine kleine Lichtung tut sich nach einer wilden Nacht das Ukuleleständchen "Bist es Du" auf, das mit beiläufiger Leichtigkeit aus einem alten Kofferradio knistert und uns wohlig wärmt.

Doch die melancholische Katerstimmung hält nicht lange. Beflügelt von den Erlebnissen der letzten Nacht geht's schon wieder zur nächsten Rock 'n Roll Party zum "Sterne schaun". Auf dieser geht es in dem Stück „Abhauen“ gleich zur Sache. "Nimm mich mit Dir! Dann hauen wir ab!", ob diese Anmache zum gewünschten Erfolg führt bleib offen.

Irgendwann hört sich der Spaß aber auf und wir müssen erkennen: "Wir seh'n nicht gut aus, nein, wir sind gar nicht schön. Rauch und Asche, ziemlich zerstört. Das kann doch jeder seh'n" heißt es in "Nur wegen Dir" und wenn in "Wo gehör ich hin" die Zuneigung nur mehr geborgt ist, alle Gäste die Party verlassen haben, dann ist es nicht mehr weit bis zum bitteren Ende. "Auseinander gehen" als herzzerreißende  Schlussballade entlässt uns vielleicht in ein neues Leben mit puren Orgelsounds und einer psychedelisch anmutenden Gitarre, die sich wie ein Honigfaden durch unser Gemüt schmiert.

Ja, es ist ernster geworden im Hause Tanz Baby!, doch zwischen all den Höhen und Tiefen schmeißen wir uns in das Dinnerjacket und tanzen und träumen als gäbe es kein Morgen.

Lineup

David Kleinl
Kristian Musser

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